Betriebswirtschaftslehre

BWL

BWL – das Handwerkszeug des modernen Managers

Unter BWL (Betriebswirtschaftslehre), die auch als Betriebsökonomie bezeichnet wird, versteht man in der Regel ein Teilgebiet der Wirtschaftswissenschaften. Eine Annahme, die der Etablierung der BWL als wissenschaftliche Disziplin zugrunde liegt, ist die, dass Güter im Allgemeinen knapp sind und dementsprechend deren Organisation, Verteilung und Handhabung ökonomisch sinnvoll und ressourceneffizient geschehen muss. Genau an dieser Stelle ist auch der Bezug zur (modernen) Unternehmensführung zu sehen, denn hier lernt man das Handwerkszeug der Bereiche Finanzierung, Rechnungswesen, Marketing, Arbeitsorganisation, Distribution, Personalführung … BWL ist sozusagen das Allround-Paket für Studierende, die sich dafür interessieren, wie Unternehmen aufgestellt sind und funktionieren. Sie beschäftigt sich mit planerischen, organisatorischen und rechentechnischen Entscheidungen im Betrieb.

Bekannte Vertreter und Theorien

John Maynard Keynes, Adam Smith … alles Namen, die man sicher bereits gehört hat. Sie bilden unter anderem die Grundgerüste und „Ideologien“ der Systematiken, die man heute im Bereich der BWL betrachtet. Die „unsichtbare Hand“, mit der Adam Smith bekannt wurde, geht davon aus, dass eine freie Marktwirtschaft eine Kraft hat, sich selbst zu regulieren. So ging Smith beispielsweise in seinem Werk Theorie der ethischen Gefühle davon aus, dass reiche Menschen von einer „unsichtbaren Hand“ gelenkt werden, die für das Bedürfnis sorgen, ihren Reichtum mit „den Armen“ zu teilen. Sein Fokus liegt hier auf der Selbstregulation, was bedeutet, dass man selber nicht bemerkt, wie oder wodurch man „gelenkt“ wird – das System, so die Grundüberzeugung, entfaltet dadurch eine Kraft der Selbstwirksamkeit.

Keynes, der zuvor erwähnt wurde, verfasste die Allgemeine Theorie der Beschäftigung, des Zinses und des Geldes. Seine Grundüberzeugung ist, dass vor allem die Nachfrage ein entscheidendes Kriterium für die Produktion und die Beschäftigung darstellt. Daraus wiederum leitet sich die Überzeugung ab, dass man teilweise „aktiv“ in den Markt eingreifen muss. Das kann zum Beispiel dadurch geschehen, dass man die Staatsausgaben erhöht und eine expansive Geldpolitik betreibt. Anders ausgedrückt: Keynes war ein Vertreter der Auffassung, dass man durch regulative (also gerade nicht „unsichtbare“) Kräfte einen Einfluss auf die Nachfrage haben kann und somit aktiven Einfluss auf die Wirtschaft nimmt. Diese Grundüberzeugung bezeichnet man heutzutage auch als Keynesianismus.

Moderne Ansätze der Betriebswirtschaftslehre

Heutzutage spielen in der BWL vor allem auch die Schnittstellen zur Psychologie eine entscheidende Rolle, zu nennen sind hier bestimmte Entscheidungstheorien oder auch die mittlerweile sehr bekannte Spieltheorie. Betrachtete man damals vor allem die Wirtschaft als „Gesamtsystem“, gibt es heute eigene Studiengänge, die sich damit beschäftigen, wie Individuen in bestimmten Situationen entscheiden, was sie motiviert und wie man seine Mitarbeiter im Bereich der Personalführung steuern kann, zum Beispiel die Wirtschaftspsychologie.

Berufliche Perspektiven für BWL-Studenten

Studierende der BWL stellen mit weitem Abstand die größte Gruppe der Studierenden dar, somit findet man sie auch in der „freien Wirtschaft“ sehr häufig. Prinzipiell stehen BWL-Absolventen viele Türen offen, von koordinierenden Aufgaben in kleinen Start-up-Unternehmen bis hin zu verantwortungsvollen Positionen in großen Konzernen. Vor allem die Mischung an solidem Grundwissen über rechnerische, marktwirtschaftliche und organisatorische Aspekte im Bereich der Betriebsführung sind das Aushängeschild: So schaffen Sie sich mit einem BWL-Studium die notwendigen Voraussetzungen, um in jeder erdenklichen Branche bei einem sehr soliden Gehalt erfolgreich zu sein.