Literaturwissenschaften

Literaturwissenschaften

Die Wissenschaft der Poesie- und Textliebhaber

Wie die Bezeichnung bereits vermuten lässt, ist die Literaturwissenschaften die schriftliche Auseinandersetzung mit Literatur. Im Speziellen geht es hierbei im Rahmen des Studiums um bestimmte Teilbereiche, die natürlich noch weiter ausdifferenziert werden können. Hierunter fallen zum Beispiel die Literaturgeschichte, -kritik, -interpretation und -theorie. Mit anderen Worten: Wenn Sie ein Studium der Literaturwissenschaften in Erwägung ziehen, sollten Sie in jedem Fall ein enormes Interesse an kleinen gelben Reclam-Heftchen, Theaterstücken und „dicken Schinken“ haben. Wenn Sie dann auch noch ein Faible für Goethe und Schiller aufweisen (oder auch nicht, aber dies gut begründen können), nicht wissen, wie viele Bücher sie im letzten Jahr gelesen haben … kann es für Sie die richtige Wahl sein. Auch darf man nicht verkennen, dass sich einige Schnittstellen zur Theaterwissenschaft und Medienwissenschaft ergeben, sodass es von Vorteil ist, wenn man hier affin oder zumindest interessiert ist.

Welchen Zweck hat Literaturwissenschaften heute (noch)?

Es sind oft die Querdenker, Poeten und Literaten, die eine Gesellschaft voranbringen. Literatur ist immer auch Spiegel der Gesellschaft und als solche zu sehen, sie ist Kritik, sie ist Aufforderung, sie ist Vision. Literatur ist die künstlerisch-ästhetische Variante aktiver Gesellschaftskritik. Und nur, wer sich selbst immer wieder infrage stellt, reflektiert und neue Sichtweisen und Methoden entwickelt, geht nach vorne. Auf diesem Prinzip ist die Wissenschaft im Allgemeinen, so wie wir sie heute kennen, aufgebaut. Sicher – nach einem Studium der Literaturwissenschaften kann man in der Regel keine Autos bauen. Aber ist es nicht gerade die Vielseitigkeit einer Gesellschaft, die ihren Wert begründet?

Berufsperspektiven als Literaturwissenschaftler

Absolventen der Literaturwissenschaften sind nicht bloß „Bücherwürmer“. Sie beschäftigen sich auch theoretisch mit der analysierenden Darstellung und Vermittlung von Sprache. Als Basis unserer Kommunikation kann ein Literaturwissenschaftler somit einen echten Mehrwert zum Beispiel im Bereich der interkulturellen Kommunikation liefern. In einer globalisierten Welt, in der Landesgrenzen immer weiter zusammenwachsen, sind es gerade diese interkulturellen Kompetenzen, die den Mörtel des gesellschaftlichen Zusammenhalts bilden.Natürlich ist gerade die Forschung für viele Literaturwissenschaftler ein interessanter Bereich. Doch es gibt zahlreiche Felder, in denen sich Absolventen beruflich entwickeln können:

• PR- und Öffentlichkeitsarbeit von Unternehmen
• Redaktion von Radio- oder Fernsehsendern
• Verlagen und Bibliotheken
• Schulen und Universitäten

Auch Anstellungen als Lektor oder im journalistischen Bereich sind natürlich denkbar. Das liegt daran, dass die Ausbildung sprachlicher Kompetenzen ein Kernaspekt der wissenschaftlichen Ausbildung ist. Jedoch sind ebenso Positionen im Bereich der Übersetzung vorstellbar. Voraussetzung ist, dass man sich möglichst früh für mindestens eine weitere Fremdsprache interessiert, in der man übersetzen möchte. Anzuraten sind hier ein (Neben-)Studium der entsprechenden Sprache, wie auch ein Auslandsaufenthalt. So schafft man sich nicht nur möglichst früh seine persönlichen Perspektiven; man lernt auch, welche Bereiche interessant sind und wie man sich beruflich entwickeln möchte. Die Literaturwissenschaften haben ähnliche Vor- und Nachteile wie die Geisteswissenschaften im Allgemeinen. Man erhält eine fundierte sprachliche und geistliche Grundausbildung und optimiert sein Kommunikationsverhalten. Die konkrete Umsetzung und Anwendung der entsprechenden Fähigkeiten ist jedoch immer ein weites Feld … und man sollte möglichst früh eine Richtung finden, die zu einem passt.