Politikwissenschaften

Politikwissenschaften

Politikwissenschaften: Die Struktur von (staatlichen) Organisationen

Auch als „Politische Wissenschaft“ oder „Politologie“ bezeichnet, handelt es sich bei den Politikwissenschaften um ein außerordentlich relevantes und spannendes Forschungsfeld. Als Teil der Sozialwissenschaften sind Kerngegenstand politische Strukturen, Prozesse und Inhalte. Sie zählt zu den Geisteswissenschaften und bildet eine Basis gesellschaftlichen Zusammenlebens. Gleichzeitig ist ein gewisses politisches Grundverständnis Voraussetzung, um zum Beispiel demokratische Prozesse in Europa zu verstehen. Dass dieses Wissen gerade in der heutigen Zeit äußerst relevant ist, muss wohl nicht gesondert betont werden. Die Politikwissenschaft bildet eine Schnittstelle zu anderen Teilbereichen, wie der Soziologie, der Philosophie, aber auch der VWL.

Große Strukturen, interaktive Prozesse

Die politische Theorie, als hier erwähnter Teilbereich, setzt sich zum Beispiel mit der Funktion, Struktur und (moralischen) Legitimität staatlicher Strukturen auseinander. Welche Rolle hat ein Staat zu spielen? Welche Rechte und Pflichten hat er gegenüber seinen Bürgern? Gerade in Zeiten, in denen auch internationale Organisationen (IWF, OECD, WHO, EU, NATO …) immer weiter an Einfluss gewinnen (Finanzkrisen, Globalisierung, demografischer Wandel, Terrorismus …), bilden die Politikwissenschaften eine Art „Organigramm“ (inter-)nationaler Organisationen. Gleichzeitig beschäftigen sie sich aber auch mit politischen Prozessen im Kleinen. Pointiert ausgedrückt: Um „unsere heutige Welt“ zu verstehen, kommt man an einem gewissen Grundverständnis der Politikwissenschaften nicht vorbei. Sie hilft, neben der Psychologie und Soziologie, zum Beispiel dabei, Wähler bestimmter Parteien besser zu verstehen und eine gewisse Weitsicht zu entwickeln.

Voraussetzungen für ein Studium

Natürlich sollten Sie sich dafür interessieren, wie politische Prozesse in Staaten funktionieren, wie diese sich unterscheiden und auch, wie sie untereinander kommunizieren. Doch auch die empirische- sowie Friedens- und Konfliktforschung sind wichtige Bereiche, je nach Spezifikation des Studierenden. Neben einer gesunden Kommunikationsfähigkeit sollten Sie also politisches Interesse und einen natürlichen „Diskussionsdrang“ verspüren. Eine gesunde Reflexionsfähigkeit ist ebenso, wie bei anderen Geisteswissenschaften, eine wichtige Voraussetzung.

Berufliche Perspektiven in den Politikwissenschaften

Das Berufsfeld für (angehende) Politikwissenschaftler ist denkbar groß und vielseitig. In erster Linie sind natürlich Tätigkeiten im öffentlichen Raum denkbar, zum Beispiel in folgenden Bereichen:

• Parteien
• Verbände
• Stiftungen
• Bildungssektor
• Hilfsorganisationen (NPOs)

Aber auch Unternehmen der Privatwirtschaft können Politikwissenschaftler (sowie Geisteswissenschaftler im Allgemeinen) gut gebrauchen, zum Beispiel als PR-Berater, Pressesprecher etc. Gerade die integrale Funktion zwischen Öffentlichkeit und Unternehmen können ganzheitlich denkende und sprachlich versierte Politikwissenschaftler gut ausfüllen. Auch möglich sind die Schnittstellen-Bereiche zwischen dem öffentlichen und dem privaten Sektor oder eine Stelle in einer der zahlreichen politischen Beratungsstellen bzw. Unternehmensberatungen. Wie bei anderen Geisteswissenschaften gilt auch hier: Konzentrieren Sie sich auf Ihre Kernkompetenzen, entscheiden Sie, was Ihnen Spaß macht, sammeln Sie (möglichst früh) praktische Erfahrungen und entscheiden Sie sich für einen Weg, der zu Ihnen passt.

Finanzielle Perspektive sektorabhängig

In jedem Fall sollten Sie hierbei natürlich auch die finanzielle Seite zumindest berücksichtigen. Das Studium der Politikwissenschaften setzt verschiedenste Schwerpunkte; daher sind auch die beruflichen Perspektiven verschieden. Pointiert: Der Sektor entscheidet, zumindest anfangs, stark über die finanzielle Situation. Gerade, wer sich direkt bei Parteien engagiert, wird in der Regel lange ehrenamtlich tätig sein, um später vielleicht „Berufspolitiker“ zu werden – jedoch ist das Studium der Politikwissenschaften natürlich kein Garant hierfür – viele Politiker sind zum Beispiel (auch) Juristen oder Volkswirte. Von daher lohnt es sich immer, darüber nachzudenken, sein Studium mit anderen Fächern zu kombinieren.