Psychologie

Psychologie

Psychologie – Entschuldigung, wie ticken Sie denn?

Die Psychologie gilt als empirische Wissenschaft, die sich vor allem der Analyse der menschlichen Wahrnehmung und des menschlichen Verhaltens gewidmet hat. Im weiteren Sinne bezieht sich die Psychologie auch auf die Erklärung / Prognose menschlichen Verhaltens sowie die Ursachen und Zustände, die diesem zugrunde liegen. Pointiert formuliert: Die Psychologie erklärt uns, warum wir uns in welchen Situationen auf welche Art und Weise verhalten und liefert so einen echten Mehrwert für alle erdenklichen Bereiche des menschlichen Daseins.

Ein kleiner Einblick in die Psychologie

Die psychologische Richtung des Behaviorismus vertrat grob die Auffassung, dass menschliches (oder tierisches) Verhalten vor allem mit naturwissenschaftlichen Methoden zu erklären sei, also nicht notwendigerweise durch Empathie und Kommunikation. Der Pawlowsche Hund ist zum Beispiel ein bekanntes Beispiel der sogenannten Klassischen Konditionierung: Ein Mensch klingelt. Ein Hund bekommt Futter. Nachdem man dieses Vorgehen einige Male wiederholt hat, bildet sich beim Hund Speichel, sobald er das Klingeln hört – die Klingel leitet bereits alleine die körperliche Reaktion ein. Sigmund Freud, der Begründer der Psychoanalyse hat sich über solche Herangehensweisen emanzipiert und vor allem versucht, menschliche Motive und Verhaltensweisen aus familiären/frühkindlichen Erfahrungen abzuleiten. Er ist vor allem durch die Unterteilung der menschlichen Seele in das Ich, das Es und das Über-Ich bekannt geworden. Doch gerade die moderne Psychologie hat immer stärkeren Einfluss in unsere Wirtschaft gewonnen, indem zunehmend Gruppenprozesse, Wirtschaftslogiken und Organisationen im Allgemeinen ins Zentrum der Betrachtung rücken.

Psychologie der Moderne

In erster Linie sind Psychologen – bevor sie sich spezialisieren – als Naturwissenschaftler zu verstehen: das liegt in der wissenschaftstheoretischen Entwicklung des Fachs begründet. Die Kernfähigkeit eines Psychologen liegt sicher in der Intensität und der Struktur der Beobachtung, ja sogar der Voraussage, menschlichen Verhaltens – denn dieses ist oftmals zutiefst irrational. So zeigen zum Beispiel verschiedene Studien, dass man lieber auf Geld verzichten würde als ärmer zu sein als ein Vergleichsobjekt. Auch sind wir sehr anfällig für vermeintliche Gründe von Verhalten – so offensichtlich oder irrelevant sie auch sind: so werden sie zum Beispiel immer den Grund erfahren, warum ihre Bahn zu spät kommt. Ändern tut das an der Sachlage nichts; nur an ihrer Bewertung – das ist ein klassischer sogenannter „Bias“, also eine kognitive Verzerrung.

Berufschancen für Psychologen

Psychologen sind heutzutage sehr gefragt. Die erste und offensichtliche Anlaufstelle für den Psychologen ist natürlich die psychologische Betreuung von Menschen – zum Beispiel mit privaten/emotionalen Problemen. Doch auch in wirtschaftlichen Kontexten sind Psychologen immer stärker gefragt, denn sie beschäftigen sich auch mit Gruppendynamiken, der Analyse und Optimierung von Organisationsprozessen oder der Verbesserung der internen Kommunikation – zum Beispiel durch ein sogenanntes Systemisches Coaching. Selbstverständlich sind gute Psychologen auch im Bereich Werbung und PR vertreten, denn hier geht es ja gerade darum, menschliches Erleben und Verhalten aktiv, das heißt: zu seinen Gunsten, zu beeinflussen. So analysieren Psychologen Reiz-Reaktions-Muster, deuten subliminale (=unterbewusste) Wahrnehmungen und messen den Einfluss individueller Bewertung auf das eigene Verhalten.

Vieles von dem, was Menschen tun, geschieht intuitiv. So entwickeln wir ein automatisiertes Verständnis davon, wie bestimmte Dinge, zum Beispiel Fernbedienungen, Knöpfe im Auto oder Smartphones strukturiert sein müssen – gerade in der heutigen Gesellschaft, in der Produktqualitäten immer vergleichbarer werden, sind die Aspekte der Ästhetik und der Einfachheit der Bedienung Schlüsselfaktoren für wirtschaftlichen Erfolg – und deshalb können gerade Psychologen hier punkten und sowohl akademisch/interdisziplinär als auch wirtschaftlich erfolgreich sein.