Rechtswissenschaften

Rechtswissenschaften

Rechtswissenschaften – das juristische Fundament einer Gesellschaft

Das Studium der Rechtswissenschaften wird umgangssprachlich als „Jura-Studium“ bezeichnet. Kerngegenstand sind Auslegung, Entwicklung, systematische und begriffliche Aufarbeitung und Durchdringung juristischer Quellen. Die Rechtswissenschaften beschäftigen sich mit aktuellen Gesetzeslagen, deren Auswirkungen, Anwendbarkeit und Entwicklung. Hierbei ist zwischen verschiedenen Fachbereichen zu unterscheiden, sowohl theoretisch als auch praktisch. Hierunter fallen Öffentliches Recht, Privatrecht (Zivilrecht) und Strafrecht. Diese Bereiche differenzieren Gegenstand sowie Anwendungsbereich und Beteiligte. Selbstverständlich ist dies nur eine grobe Einteilung, die im Detail spezifischer ist. Der Bereich der Rechtswissenschaften ist ständig im Wandel und sehr komplex. Nicht nur deshalb zählt ein Studium als eines der schwierigsten überhaupt. Juristen gehören international zu den absoluten Top-Verdienern.

Fragestellungen der Rechtswissenschaften

Der Bereich des Rechts versucht, Regeln für gesellschaftliches Zusammenleben in Form von Gesetzen zu bestimmen. Gerade zu Zeiten der Globalisierung und Digitalisierung ist der Bereich sehr stark „in Aufruhr“, denn diverse Begrifflichkeiten und Probleme sind nicht leicht zu lösen. Dies hat oftmals zum einen ganz praktische Gründe (Auf welcher Grundlage kann eine Rechtsprechung erfolgen?), aber auch begriffliche (Welche „Daten“ fallen unter den Schatz der persönlichen Daten?). Auch ist die Steuerbarkeit von Unternehmen immer wieder ein sehr medienwirksames Thema. So haben internationale Konzerne oftmals in Ländern mit günstigen Steuersätzen ihren Hauptsitz, um davon zu profitieren. Auch, wenn mittlerweile in dem Land Steuern gezahlt werden müssen, in dem Umsatz generiert wird, gibt es doch nach wie vor zahlreiche Schlupflöcher. Auch Fragen wie die Legitimität von Bankenregulierungen, Monopolbildungen und weiteren wirtschaftspolitischen Fragen fallen in den Bereich der Rechtswissenschaften.

Berufliche Perspektiven im Bereich Rechtswissenschaften

Vorab: Kein Studium ist notwendigerweise ein Garant für einen verantwortungsvollen, gut bezahlten Job. Jedoch bietet einem ein abgeschlossenes Studium der Rechtswissenschaften auf dem Arbeitsmarkt sehr gute Chancen. Wichtig ist vor allem, ob man ein oder zwei Staatsexamen absolviert und welche Abschlussnote man erreicht. So sind die Voraussetzungen, um Richter zu werden, zum Beispiel vergleichsweise höher als für andere juristischen Positionen. Der größte Teil der Absolventen der Rechtswissenschaften wird nach wie vor Anwalt. Im Laufe seiner Karriere kann man sich hier immer weiter spezifizieren – auf bestimmte Klienten, spezifische Bereiche oder dezidierte Regionen. Als Rechtsanwalt gibt es zahlreiche Möglichkeiten, tätig zu werden, zum Beispiel in einer größeren Kanzlei oder bei öffentlichen Organisationen. Auch im politischen Bereich sind Juristen extrem gefragt und hier wird immer „Nachwuchs“ benötigt. Dies ist nachvollziehbar, da mit Globalisierung und Digitalisierung enorme Herausforderungen in den Bereichen Kommunikation, Datenschutz, Handel etc. auf uns zukommen.

Gleichzeitig kann es eine interessante Perspektive für Juristen sein, sich in der Rechtsabteilung eines Unternehmens zu engagieren, also in der freien Wirtschaft. Der Staatsdienst, zum Beispiel als Richter oder Staatsanwalt, ist natürlich, sofern man die persönlichen und fachlichen Voraussetzungen erfüllt, eine Möglichkeit. Doch auch der Bundesnachrichtendienst, das Auswärtige Amt oder Unternehmensberatungen interessieren sich für Juristen. Dies liegt nicht nur an dem speziell erworbenen Fachwissen. Ein Absolvent der Rechtswissenschaften hat unter Beweis gestellt, dass er logisch und komplex denken, handeln, argumentieren und kommunizieren kann – eine absolute Schlüsselqualifikation für jeden verantwortungsvollen beruflichen Bereich. Dem passt sich auch das (Einstiegs-)Gehalt an, was natürlich von zahlreichen Faktoren abhängig ist: Während man in kleineren Kanzleien eher „moderat“ bezahlt wird, kann man in einer großen Wirtschaftskanzlei zum Beispiel bereits zum Einstieg bis zu 100.000 € verdienen.