Volkswirtschaftslehre

vwl

VWL – das Handwerkszeug des „Wirtschaftsverstehers“

Unter Volkswirtschaftslehre (VWL), die auch als Nationalökonomie oder Sozialökonomie bezeichnet wird, versteht man die Untersuchung von gesamtwirtschaftlichen Zusammenhängen. Diese betreffen im Allgemeinen die Erzeugung und Verteilung von gesamtwirtschaftlichen Gütern und Produktionsfaktoren. Jedoch sind es gerade auch menschliche Handlungen, die immer mehr in den Rahmen der ökonomischen Bewertung rücken. Anders ausgedrückt: Die VWL untersucht auch (und gerade hier gibt es diverse Schnittstellen zu modernen und neuen Forschungszweigen, wie zum Beispiel der Wirtschaftspsychologie), wie menschliches Handeln ökonomisch motiviert und begründet werden kann. Die VWL ist, wie die BWL, ein Teilgebiet der Wirtschaftswissenschaften.

Moderne Volkswirtschaft: Volk und Wirtschaft entwickeln sich

Die moderne VWL ist vor allem ein Stück weit uneinheitlicher geworden. Das ist insofern nicht verwunderlich, als dass sie versucht, sehr komplexe Fragestellungen in ökonomische Sinnzusammenhänge zu bringen und sie danach zu ordnen. So bleibt es nicht aus, dass, auch im Zuge unserer wirtschaftlichen Entwicklung (Internet, Globalisierung, Web 2.0, Digitalisierung, demografischer Wandel) sich Wirkungszusammenhänge verschieben. Waren früher Mikro- und Makroökonomie stark verschieden, verschwimmen diese Bereiche zunehmend und auch neuere, modernere Disziplinen, wie Experimentalökonomik oder Verhaltensökonomik, stellen heutzutage wissenschaftliche (Teil-)Disziplinen dar.

So ist auch von einer Theory of Everything nicht auszugehen, eher von weiteren Spezifikationen, die der zunehmenden Komplexität der besagten Entwicklung geschuldet sind. So liegt die Hauptaufgabe der VWL, ob „modern“ oder „konservativ“, nach wie vor darin, Modelle zu entwickeln, um Wirkungsmechanismen (von Menschen, Organisationen, Institutionen, …) qualitativ und quantitativ beschreiben, interpretieren und verstehen zu können. Anders ausgedrückt: VWL hilft uns, die Welt, in der wir leben, besser zu verstehen.

Flexibilität und Mobilität sind berufliche Voraussetzungen

Eines ist klar – ein Volkswirt ist als Akademiker angesehen und als Wirtschaftsexperte geachtet – doch gerade seine umfassenden Kenntnisse in sehr komplexen und vielseitigen Bereichen bringen hervor, dass er sich zu einem gewissen Zeitpunkt spezialisieren sollte. Auch ist es ratsam, möglichst früh Praxiserfahrungen zu sammeln. So kann man nicht nur sein methodisches Spektrum erweitern, sondern auch Einblicke in den (möglichen) zukünftigen Berufsalltag erlangen. Dies kann in Form eines Praktikums oder auch einer Trainee-Stelle nach dem Studium geschehen – es sei denn, Sie streben zunächst einen Doktortitel an …

Berufliche Perspektive für Volkswirte

Viele Volkswirte entscheiden sich für eine Promotion und schlagen eine akademische Karriere ein. Das liegt daran, dass die Komplexität der zu behandelnden Themen oftmals enorm hoch ist und man in der Forschung sehr viele zeitliche und materielle Ressourcen benötigt. Doch dieser Weg ist für (angehende) Volkswirte kein Muss. Mit betriebswirtschaftlichen Kenntnissen und Erfahrungen (zum Beispiel durch Praktika) im Projektmanagement kann sich ein Volkswirt durchaus auch in der „freien Wirtschaft“ behaupten. Auch Spezialkenntnisse zu den Themen Steuern oder Rechnungslegung (…) können von Vorteil sein, ebenso wie Programmierkenntnisse, wenn man mit Datenbanken (und vielen, vielen Zahlen) zu tun hat. Dementsprechend gehen Volkswirte oft in die Verwaltung oder finden Jobs in den ökonomischen Abteilungen großer Unternehmen, sie sind aber auch im öffentlichen Dienst zu finden, arbeiten als Referenten für Politiker, Verwaltungsleiter … Die Chancen sind für Volkswirte sehr vielseitig, weil sie neben einem enormen wirtschaftlichen und mathematischen Grundverständnis auch viel Methodenwissen mitbringen. So verdienen Volkswirte in der Regel recht gut, von etwa 3.800 € in Brandenburg bis zu 5.500 € in Baden-Württemberg.